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Massiv, furniert oder Pressspan? Wie Sie Holzarten richtig unterscheiden

  • Autorenbild: möbel-check.com
    möbel-check.com
  • 5. Apr. 2025
  • 2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 30. Juni 2025


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Holz ist nicht gleich Holz – das zeigt sich besonders deutlich bei Möbeln. Während Massivholz als hochwertig und langlebig gilt, finden sich im Handel ebenso zahlreiche Produkte aus furnierten Platten oder Pressspan. Doch worin genau bestehen die Unterschiede? Wie erkennt man die Materialien – und welche Rolle spielen sie in Bezug auf Stabilität, Nachhaltigkeit und Wohnklima? Ein Überblick über die drei gängigsten Holzarten und ihre Eigenschaften.


Massivholz – robust, natürlich, langlebig

Massivholzmöbel bestehen vollständig aus gewachsenem Holz – mit Ausnahme von Rückwand und Schubladenböden. Sie sind besonders stabil, reparaturfähig und altern meist in Würde. Aufgrund ihrer offenen Poren tragen sie zur Feuchtigkeitsregulation im Raum bei und sorgen für ein angenehmes Raumklima. Allerdings reagieren sie stärker auf Temperaturschwankungen und benötigen je nach Holzart gelegentliche Pflege.

Typische Merkmale:

  • Sichtbare Maserung durchgehend

  • Spürbare Struktur bei Berührung

  • Meist höheres Gewicht


Furniertes Holz – der Kompromiss

Furniere bestehen aus dünnen Echtholzblättern, die auf Trägerplatten (meist Span- oder MDF-Platten) aufgeleimt werden. Optisch sind sie kaum von Massivholz zu unterscheiden – allerdings fehlt ihnen die Tiefe und Haptik. Furnierte Möbel sind leichter, formstabiler und meist günstiger als massive Varianten. Ihre Lebensdauer hängt stark von Qualität und Verarbeitung ab: Minderwertige Furniere können sich ablösen, hochwertig verarbeitete Produkte sind jedoch langlebig und visuell ansprechend.

Typische Merkmale:

  • Gleichmäßige Oberfläche

  • Keine fühlbare Struktur

  • Kanten oft mit Kunststoffumleimer


Pressspan & MDF – die verdeckte Grundlage

Pressspan und MDF (mitteldichte Faserplatte) bestehen aus verleimten Holzresten oder Fasern. Sie sind formbar, kostengünstig und weit verbreitet im Möbelbau – insbesondere bei Korpussen, Rückwänden oder Regalböden. Ihre Tragfähigkeit ist begrenzt, bei starker Belastung oder Feuchtigkeit verformen sie sich schnell. Auch die Emissionen von Leimstoffen können – je nach Herstellung – höher sein als bei natürlichen Hölzern.

Typische Merkmale:

  • Glatte, einheitliche Oberfläche ohne Maserung

  • Oft kunststoffbeschichtet oder mit Folie überzogen

  • Geringes Gewicht


Umwelt- und Gesundheitsaspekte

Massivholz punktet in der Ökobilanz – besonders bei regionalen Holzarten mit FSC- oder PEFC-Zertifizierung. Furnierte Möbel können ebenfalls nachhaltig sein, wenn hochwertige Trägerplatten verwendet und emissionsarme Leime eingesetzt werden. Bei Pressspan ist Vorsicht geboten: Hier ist ein Blick auf Formaldehyd-Emissionen (E1-Klasse) und mögliche Siegel ratsam.



Fazit: Die Mischung macht’s

Je nach Einsatzbereich und Anspruch können alle drei Varianten sinnvoll sein. Massivholz bietet höchste Qualität, ist aber teurer und schwerer. Furnierte Möbel sind oft ein guter Mittelweg – wenn sie gut verarbeitet sind. Pressspan eignet sich für preisbewusste Anwendungen, bei denen keine hohe Belastung zu erwarten ist. Wer bewusst auswählt, kann Qualität, Langlebigkeit und Nachhaltigkeit in Einklang bringen.

 
 

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